Nordpfälzer Herbstfest

73. Nordpfälzer Herbstfest

Die gute Nachricht vorweg: Die Planung für das Nordpfälzer Herbstfest vom 09. bis 12. September 2022 steht in groben Zügen, sowohl mit bewährten Programmpunkten, als auch mit neuen Ansätzen. Viele Akteure, Vereine, Winzer und die Stadtspitze haben in unzähligen Videokonferenzen und Treffen offen diskutiert und gemeinsam Ideen gesammelt, immer vereint in dem Gedanken DAS Fest für Jung und Alt, für Familien, für Weinfreunde, für die Rockenhausener, für die Menschen in der Nordpfalz und darüber hinaus nach zweijähriger Pause wieder an den Start zu bringen. Zwar fand auch die virtuelle Weinprobe Anhänger die im heimischen Wohnzimmer oder auch aus der Ferne den Nahewein probiert haben, doch die allermeisten sehnen sich aktuell wirkliche Begegnungen, weinselige Gespräche, Livemusik oder auch einen Bummel über den Festplatz herbei. Daher waren auch die Solidarität und das Engagement vieler Ehrenamtlichen bereits im Vorfeld spürbar.

„Alle verfolgen das gleiche Ziel, ziehen an einem Strang, auch wenn es mal holprig zugeht…“, so ähnlich hat es Jürgen Manz von den Basketballern bei der jüngsten Videokonferenz formuliert, zu der Stadtbürgermeister Vettermann eingeladen hatte.

Nun zu den Details.

Die Herbstfestfreunde, ein engagierter Verein um Christian Dietz und Dominic Rieth zur Förderung des Weinfestes, werden die Stadt nicht nur finanziell unterstützen und die begehrten Buttons verkaufen, sondern auch tatkräftig mit anpacken, Manpower zur Verfügung stellen und den Festumzug am Sonntag, 11.09.2022, 13:30 Uhr organisieren. Erstmals wird neben der Prämierung der Umzugswagen und Gruppen auch ein Publikumspreis ausgelobt. Anmeldungen sind ab sofort unter herbstfestfreunde@gmx.de möglich und natürlich gibt’s auch ein Startgeld. Die Herbstfestfreunde fiebern für das Fest und plädierten daher für eine möglichst „nicht abgespeckte Version“ des Weinfestes nach der Corona-Pause.

Die Stadt hat in der Vereinigten Turnerschaft Rockenhausen (VTR) einen weiteren zuverlässigen Partner gefunden. Der mitgliederstarke Verein mit eigener Veranstaltungshalle wird die Nordpfälzer Weinverkostung mit den bekannten Weingütern Gregor Barth, Gunther Keller, Jürgen Lahm, Andreas Schmidt, Weinkollektiv Sandy Renfer sowie Wolf & Guth mit Sebastian Schmidt erstmals in Eigenregie organisieren und durchführen und somit die Stadt entlasten. Das noch recht neue Konzept mit klassischer Weinprobe und einem anschließenden Wein-Tasting an Weinpavillons, alles bei Livemusik und leckeren Häppchen, soll beibehalten werden. Michaela Schwind-Grimm von der VTR konnte bereits eine Showtanz-Gruppe für den Service gewinnen und hat erfahrungsgemäß ein Händchen für ein ansprechendes Ambiente. So kehrt die Weinprobe mit neuen Partnern und auch neuen Impulsen an ihre alte Wirkungsstätte, die VTR-Turnhalle, zurück. Moderiert wird die Veranstaltung am Freitag, 09. September von Barbara Wollschied und Udo Bamberger. Die Weinprämierung wird nach 30 Jahren pausieren, ebenso die Freitagabend-Party im Schlosspark und so wird die Nordpfälzer Weinverkostung den offiziellen Auftakt unter dem Motto „Die Kunst, der Wein, das Fest und so…“  bilden, so wie es sich für ein Weinfest gehört.

Der Samstag startet sportlich mit dem Triathlon den traditionsgemäß der VTR federführend organisiert und durchführt. Weiter geht’s mit dem Symposium des Nordpfälzer Geschichtsvereins und dem Entenrennen der BBC-Fastbreakers entlang der Alsenz. Die Schausteller auf dem Festplatz öffnen ihre Stände und Fahrgeschäfte und wenn es nach gebrannten Mandeln duftet und die Autoscooter hupen, dann weiß jedes Kind, dass Kerwe ist.

„De Weinbrunne am Schloss“ war und ist immer wieder ein Thema und so wird es 2022 ein kleines Comeback für den Weinbrunnen geben, d.h. Gregor Barth aus Meisenheim schenkt am Wochenende ausgewählte Naheweine im Schlosspark aus. Passend dazu konnte man einen Caterer gewinnen der sowohl bodenständige Gerichte als auch kreative Küche anbietet. Darunter auch Naan Brote aus dem Tandoori-Ofen. Alles in ruhiger Schlosspark-Atmosphäre, in kleinen Zelten, bei freiem Eintritt und ohne Livemusik -ein kleines, aber feines Weindorf.

Für alle die es fetziger mögen ist das große Zelt auf dem Festplatz sicher die erste Wahl. Die Gäste erwartet am Samstag, 10.9. Partymusik mit „Vollesbrett“, einer Band die auch schon auf dem Cannstatter Wasen aufgespielt hat und an den Weinständen der Nahewinzer gibts traditionell eine Weinauswahl, Schorle und Cocktails. Mit Blick auf die gesamte Preisentwicklung hat man sich auf eine moderate Anpassung des Eintritts verständigt, auf nunmehr 12 € für eine durchaus lange Partynacht.

Nun zu einer Änderung: Zur Bewirtschaftung des großen Festzeltes hat sich in einem beachtlichen Kraftakt eine neue Betreibergesellschaft konstituiert, nachdem der Feuerwehrförderverein als langjähriger Vertragspartner ausgestiegen war. Die BBC-Fastbreakers um Jürgen Manz standen bereits in den Vorjahren hinter der Theke und bringen das notwendige Wissen zum generellen Ablauf mit. Mit den Vereinen Rohau und FVR wird es auch gelingen genug Helfer*innen zur Verfügung zu stellen. Die Köche Torsten Trost und Matze Portz werden mit ihrem Know-how innovatives, aber auch alt bekanntes auf die Tische zaubern. Zum Speiseplan zählen u.a. Gerichte wie Rindfleisch mit Meerrettich, Semmelknödel mit Pilzragout, Herbstfestgulasch oder auch einfach nur Fleischkäsebrötchen, Tomaten-Mozzarella-Brote und natürlich dürfen auch die Lewwerknepp mit Sauerkraut un Zwiwwlsoß am Montag nicht fehlen, so Trost, der als Rockenhausener Urgestein selbst in die Essensplanung viel Herzblut gesteckt hat. Somit arbeiten die drei Vereine Fastbreakers, Rohau und FVR erstmals wieder als Einheit unter einem „Festzelt-Dach“ zusammen und es kommt nach der Spartentrennung vor Jahren schon fast ein bisschen Nostalgiefeeling auf. Die GbR will auch die Bar betreiben, u.a. mit Winzersekt. Alle verbindet das Ziel, die Gäste und Besucher optimal zu versorgen. Das ist ansteckend und so ist es nicht verwunderlich, dass bereits andere Vereine dem „Dreigestirn“, der neuen Betreibergesellschaft, ihre Mithilfe und Unterstützung angeboten haben. Der Helfer*innen-Abruf läuft allerdings ausschließlich über die GbR und wird nicht in der Verwaltung organisiert.

Die Auslagerung der Organisation und Durchführung der einzelnen Herbstfestprogrammpunkte wird zu einer spürbaren Arbeitsentlastung des Personals der Verbandsgemeinde führen, so Stadtbürgermeister Michael Vettermann. Das vermehrte Einbinden von Ehrenamtlichen sollte letztlich auch zu einer finanziellen Entlastung des Stadthaushaltes führen, so seine Hoffnung.

Auch mit Blick auf das umfassende Sicherheitskonzept und die Sicherheit aller Gäste und Ausrichter hat Stadtbürgermeister Michael Vettermann mit dem Ordnungsamt bereits erste Gespräche geführt. So wird es rund um den Festplatz ein Glasverbot geben, ein professioneller Securitydienst wird den Festplatz und die Innenstand an allen Festtagen kontrollieren, Taxi-Stände werden ausgewiesen - auch ein Taxi-Stand für Frauen und die Einlasskontrolle am Festzelt wird den Jugendschutz insbesondere am Samstag im Focus behalten -um nur einige Punkte zu nennen.

Am Sonntag soll, bevor der Festumzug startet, der Mittagstisch im Festzelt mit einem attraktiven Essensangebot neu belebt werden. Im Weindorf im Schlosspark versorgen die Landfrauen Rockenhausen erstmals die Festbesucher mit Kaffee und Kuchen und anderen Leckereien, während Showtanz-Gruppen von Rohau und VTR für kurzweilige Unterhaltung auf der Schlossparkbühne sorgen. Fliegende Händler säumen den Weg von der Stadtmitte zum Festplatz, Einzelhändler öffnen ihre Geschäfte und diverse Musikgruppen beschallen bis zur Prämierung der Umzugsteilnehmer und darüber hinaus das Zelt. Der Herbstfestmontag, mittlerweile das „heimliche Highlight“, soll traditionell verlaufen. Dazu zählen unstrittig der Mittagstisch mit Leberknödel, das Zusammentreffen der Firmen und Betriebe, der Plausch am Weinstand, am Abend die legendäre Festzeltmusik der Gesangvereinskapelle Rockenhausen unter Leitung von Heiko Opp, ein farbenfrohes und fulminantes Feuerwerk und natürlich leckere Weine, ausgelassene Weinlaune und immer alles unter dem Motto „Die Kunst, der Wein, das Fest und so…“.