Aus der Geschichte von Rockenhausen

Die erste urkundliche Erwähnung als „Rogkenhuson“ stammt aus dem Jahre 897. Man fand deutliche Spuren der schon frühen Besiedlung durch die Römer. Vielfältig in ihrer Art sind Funde römischer Besiedlung, lag doch der Ort an einer wichtigen Querverbindung zwischen zwei bedeutenden Höhenstraßen, die im Westen und Osten in Nord-Süd-Richtung verliefen. Das wertvollste Relikt aus jener Zeit ist ein im Garten des Nordpfälzer Heimatmuseums aufgestellter römischer Delfinbrunnen aus dem 2. Jh. n. Chr.

Der Römerbrunnen in Rockenhausen

Die Franken haben nach den Römern von dem Land Besitz ergriffen, und nach Deutung der Sprachforscher soll es ein fränkischer Edelmann namens Rocco gewesen sein, der der Ansiedlung den Namen gab: „zu den Häusern des Rocco“. Fleißige Bauern legten in der Folgezeit die Sümpfe trocken, rodeten die Wälder und schufen sich wertvolles Ackerland. Der Boden eignete sich zum Anbau von allen Getreidearten und einigen Obstsorten. Umliegende Weinberge brachten bis 1320 den Weinbauern beachtliche Erträge. Unter der Herrschaft des Raugrafen von Altenbaumburg wuchs der Ort, dank seiner exponierten Lage zwischen den Kaiserpfalzen Lautern und Kreuznach, zu einem befestigten und bedeutenden Städtchen heran. Den Raugrafen, treue Vasallen des Reichs, verlieh Kaiser Ludwig IV., der Bayer, in Würdigung ihrer Verdienste 1332 Rockenhausen die Stadtrechte.

Schlosshotel Rockenhausen

Das Rockenhausener Schloss, eine Wasserburg, wurde erstmals 1399 als raugräfliche Burg „Ruhinburg“ erwähnt und 1571 zu einem Wohnschlösschen umgebaut. Weitgehend zerstört durch Kriege entstand Anfang der 18. Jahrhunderts der Wiederaufbau mit Nebengebäuden und einem breiten Wassergraben. Im Jahre 1956 ging das Schloss wieder in den Besitz der Stadt Rockenhausen, die es als Rathaus, Bücherei und Altentagesstätte nutzte. Ein modernes Hotel steht heute auf der Stelle der vormals alten Nebengebäude des Barockschlosses.

Ab 1457 war die Stadt unter Herrschaft der Raugrafen bis zum Ende des 18. Jh. Teil der Kurpfalz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Rockenhausen– wie fast alle Ortschaften der Region – fast völlig zerstört. Es blieben 40 Einwohner übrig.

Nach den Revolutionskriegen gehörte Rockenhausen von 1798 bis 1814 zum französischen Departement Donnersberg und war Hauptort des Kantons Rockenhausen. Rockenhausen wäre beinahe Kurstadt geworden, da man von 1715-1870 das Wasser vom Guten Brunnen zu Heilzwecken verwendete. 1784 musste das Untertor abgerissen werden aufgrund einer großen Überschwemmung der Stadt.

1816 kam die Stadt zum Königreich Bayern.  Ab 1818 war Rockenhausen dem Landkommissariat Kirchheimbolanden zugeordnet.  Es begann für sie eine friedlichere Zeit. Die alte, baufällige Stadtmauer, zum größten Teil aus Lehm, wurde 1826 abgerissen. Es entstanden Gärten und Ackerland an Stelle des Wallgrabens. Straßen wurden gebaut und außerhalb des ehemaligen Wallgrabens siedelten sich die ersten Bürger an. Das verbesserte Straßennetz und die 1860/71 erbaute Alsentalbahn förderten Handel und Wandel. Das ehemals alte Festungsstädtchen Rockenhausen entwickelte sich bis zu Beginn des 20. Jh. zu einem aufstrebenden Ort, der bald 2000 Einwohner zählte. Ab dem 1. Januar 1900 wurde die Stadt Sitz des neu gegründeten Bezirksamtes Rockenhausen und des Amtsgerichts. 1939 folgte die Umbenennung in Landkreis Rockenhausen, der 1969 gemeinsam mit dem Landkreis Kirchheimbolanden den Donnersbergkreis bildete. 1972 wird Rockenhausen Sitz der neuen gleichnamigen Verbandsgemeinde. 1979 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dörnbach und Marienthal in die Stadt eingemeindet.

2004 wird Rockenhausen als „mittelstandsfreundliche Gemeinde“ (als einzige aus der Pfalz) ausgezeichnet. Zum 1. Januar 2020 wird Rockenhausen Hauptverwaltungssitz der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land.


Für alle, die noch mehr über die Stadt Rockenhausen erfahren möchten, bietet sich die Stadtführung z. B. im historischen Gewand an. Mit dem Franken Rocco oder Opa Kahnweiler kann man gemeinsam auf Entdeckungstour durch das schöne Städtchen gehen.