DRK. Symbolbild von Pixabay

DRK-Ortsverein Rockenhausen


Jeder kennt es: das rote Kreuz auf weißem Grund. Und fast jeder hat schon einen der zahlreichen Rotkreuzhelfer gesehen. Aber was macht er eigentlich, der Ortsverein in Rockenhausen? „Blutspende!“, werden sich einige jetzt denken, oder „Notfallrettung“. Vielleicht aber auch „Altkleidersammlung“ oder „Essen verteilen“. Die richtige Antwort? Alles ist korrekt, zumindest in Zügen.

Die Aufgaben eines DRK Ortsvereins sind extrem vielfältig. Um sie zu verstehen, sollte man zunächst grob die Verbandsstruktur des Deutschen Roten Kreuzes kennen. Dieses ist nämlich im Grundprinzip föderalistisch aufgebaut. Die unterste Ebene stellen dabei die Ortsvereine dar, die sich zu vielen Kreisverbänden zusammenschließen. Für den Ortsverein Rockenhausen ist das der Kreisverband Donnersberg e.V.. Die Kreisverbände wiederum sind in Bezirksverbänden organisiert, diese schließen sich zu 19 Landesverbänden zusammen und diese bilden zusammen den DRK-Bundesverband. Daneben existieren noch der Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e. V. mit seinen 33 DRK-Schwesternschaften. So ist jedes Mitglied des Ortsvereins Teil einer großen deutschlandweit verteilten Familie, deren Organisation die vielfältigen Aufgabengebiete des DRK überhaupt erst ermöglicht.

Alles, was die Vereinigung dabei leistet orientiert sich an den 7 Grundsätzen des DRK, die für alle Organe und jedes Mitglied verbindlich sind. Diese sind in erster Linie Menschlichkeit, aber auch Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Mit diesem Wissen, lässt sie sich nun beantworten, die Frage danach, was der Ortsverein denn nun macht. Er leistet zum einen einige Aufgaben direkt selbst, unterstützt zum anderen mit Tatkraft auch Aufgabengebiete übergeordneter Verbandsorgane des DRK. Ein gutes Beispiel ist hier die Blutspende: Zwar ist diese originäre Aufgabe der DRK-Blutspendedienste und könnte in der Form von einem Ortsverein nicht realisiert werden, jedoch wird sie personell durch Helfer des OV unterstützt. Diese sind es, welche die BlutspenderInnen verköstigen und im Erholungsbereich sanitätsdienstlich versorgen.

Auch im Bereich des Katastrophenschutzes des Donnersbergkreises stellt der Ortsverein Rockenhausen einen wichtigen Pfeiler dar. Seine freiwilligen aktiven Helfer sind nämlich neben ihrem Engagement bei der sanitätsdienstlichen Absicherung von größeren Veranstaltungen auch freiwillige Einsatzkräfte der sogenannten Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) des Donnersbergkreises, die über den Kreisverband organisiert werden. Diese unterstützen mit modernsten Fahrzeugen und Ausrüstung den Rettungsdienst bei größeren Schadenslagen mit großer Anzahl an Verletzten oder zu Betreuenden personell und mit Infrastruktur wie etwa Beleuchtung oder Zelten. Damit bei diesen unvorhersehbaren Einsätzen auch alles reibungslos abläuft qualifizieren sich die Helfer Jahr für Jahr in zahlreichen Gruppen- und Fortbildungsstunden weiter, um jederzeit auf dem aktuellsten Stand der Notfallmedizin hochwertige Hilfe leisten zu können. All das geschieht ehrenamtlich und unentgeltlich.

Falls der Rettungsdienst einmal bereits unterwegs ist und es dennoch zu weiteren Notfällen im Stadtgebiet kommt stellt der Ortsverein auch die First-Responder Gruppe. Dann werden nämlich ehrenamtliche Vereinsmitglieder, die auch über Erfahrung im Rettungsdienst verfügen, alarmiert um den Notfallpatienten zu versorgen und damit die Zeit zu überbrücken, bis ein Rettungswagen und der Notarzt eintreffen.

Neben einem Quad, das von Polizei und Feuerwehr beispielsweise zu Personensuchen in unwegsamem Gelände angefordert werden kann, besetzen die Aktiven des OVs auch den sogenannten Bereitstellungs-RTW.  Hierbei handelt es sich um einen Rettungswagen der Katastrophenschutzeinheit, der herausgelöst aus der SEG bei Einsätzen der Feuerwehren des gesamten Kreisgebietes mitalarmiert wird um die Einsatzkräfte während ihrer teils gefährlichen Einsätze abzusichern und im Falle eines Unfalls sofort medizinisch zu versorgen.

Für die „Helfer von Morgen“ unterhält der Ortsverein seine vier Jugendrotkreuzgruppen. Gestaffelt nach Alter der Teilnehmer üben sich die jüngsten unserer Mitglieder dort angeleitet von Julia Kobylecki und Christine Mayer-Koch in Erster-Hilfe und nehmen an Wettkämpfen und Ausflügen teil.

Neben diesen sanitätsdienstlichen Aufgabengebieten ist der Ortsverein aber auch sozial engagiert. Seit August dieses Jahres hat er die Unterhaltung der „Tafel“ in Rockenhausen vom Kreisverband übernommen. Hier finden Menschen in finanziellen Notlagen die Möglichkeit, günstig Lebensmittel zu erwerben, die sie sich normalerweise nicht leisten könnten, welche aber an anderer Stelle im Überfluss vorhanden sind.

In den Schulferien ist der Ortsverein übrigens bereits seit einigen Jahren eine der Organisationen, die für einen Tag die Betreuung der SchülerInnen während der Ferienspielaktion der Verbandsgemeinde übernimmt. Die Kinder können hier malen und spielen, sowie nach einem gemeinsamen Mittagessen beim Erkunden des Rettungswagens und Einschalten des Martinshornes für einen kleinen Moment selbst in die Rolle der Rettungssanitäter schlüpfen. Und wer weiß? Vielleicht steckt in dem ein oder anderen von ihnen ja ein zukünftiger „Rotkreuz’ler“. Einer, der sich ehrenamtlich engagiert bei den vielen Aufgaben des Ortsvereines. Für die Menschen und im Zeichen der Menschlichkeit….