Ausstellung: Karoshi 04.09. - 30.10.2022 im Museum für Kunst


Zum vierten Mal treffen sich die acht Künstlerinnen aus Berlin, Helsinki, Hamburg und Brüssel in einer Ausstellung. Gemeinsam ist ihnen die Auseinandersetzung mit Malerei und Zeichnung. Das Ausloten der Möglichkeiten dieser Medien reicht von der zweidimensionalen Bildfläche über das dreidimensionale Objekt bis zum Ausweiten der Malerei in den Raum. Unterschiedlichste Materialien und Vorgehensweisen treffen im Museum für Kunst Rockenhausen aufeinander und gehen überraschende Konstellationen ein. Fragile Welten aus geschnittenem Papier stoßen auf merkwürdige Gestalten auf der Leinwand, dreidimensionale Farborgien und großformatige Zeichnungen laden zum Eintauchen ein. Dass die Flut der alltäglichen Anforderungen bisweilen zum spontanen Ableben führt, ist in Japan schon lange bekannt. In der japanischen Sprache hat sich der Ausdruck „Karoshi" entwickelt für das, was in der westlichen Welt als Überarbeitung oder Burnout klassifiziert wird. In einer Gegenwart, in der Zeit als knappes Gut gehandelt wird und viele Entscheidungen von wirtschaftlichen Erwägungen geleitet werden, stellen sich die KünstlerInnen der Ausstellung in ihren Werkprozessen lustvoll gegen dieses Diktat der Geschwindigkeit. Ihre Arbeitsweise erfordert es, sich in unökonomischer Weise mit Bedacht und Langsamkeit dem Schaffensprozess unterzuordnen. Der dialogische Prozess, in dem das Kunstwerk entsteht, entwickelt eine Eigendynamik, zu deren Kennzeichen eine Unberechenbarkeit zählt, die das genaue Gegenteil eines effizient gesteuerten Arbeitsprozesses darstellt. Man darf auf das Zusammenspiel der acht künstlerischen Positionen im Museum für Kunst Rockenhausen gespannt sein.