Ausstellung Von Fichten und Feen


Der Arbeitskreis Kahnweilerhaus lädt am 6. März, 11 Uhr, zum ersten Mal zu einer Vernissage ins Museum Pachen mit Werken von Annette und Martin Goretzki sowie Dr. Claudia Groß ein. Nachdem das bisherige Domizil des Arbeitskreises, das Kahnweilerhaus am Marktplatz, wegen dringendem Renovierungsbedarf geräumt werden musste, erfolgte inzwischen der Umzug in das Museum in der Speyerstraße. Die Einführung in die Ausstellung dort findet in Form eines Künstlergesprächs zwischen Luise Busch, der Leiterin des Arbeitskreises, und den Künstlern statt. Die Ausstellung ist bis zum 8. Mai jeweils dienstags bis sonntags von 14:30-17:30 Uhr zu besichtigen. Es gelten die entsprechenden Coronaregeln.

In ihrem Bericht „Warum wir uns zusammen bewerben“ erklären die drei Künstler: „Dem zufälligen Kennenlernen folgten gegenseitiges Interesse und Wertschätzung für Person und Werk, nicht zuletzt wegen der mehr oder weniger kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und der modernen Gesellschaft, die parallel verläuft aber vollkommen andere Resultate hervorbringt. Im vergangenen Jahr setzten wir uns im Rahmen der Ausstellung „Memory“ mit dem Thema Erinnerung auseinander. In diesem Jahr gibt es ein paralleles Interesse am Thema Wald, am Verhältnis Mensch und Natur“, erklären sie uns. Wir erfahren dann noch, dass  Annette und Martin Goretzki im vergangenen Jahr die unterschiedlichen deutschen Waldregionen besuchten, um die unterschiedlichen Auswirkungen von Trockenheit, Hitze und Borkenkäferbefall zu dokumentieren. Sie recherchierten zum Thema, „begleitet vom Insolvenz-Gejammere der Waldbesitzer, den Predigten der Weltuntergangspropheten und dem Katastrophengeschrei derjenigen, die sonst nie den Wald betreten.“

Claudia Gross, Künstlername DUZA, legt den Fokus auf Frauengestalten in Wald- und Gartenlandschaften. Aber diese Frauengestalten lösen sich auf, werden durchsichtig vor dem Hintergrund der Bäume, Gräser und Sträucher. Oder verfestigen sie gerade ihre Form wieder - so wie lockende Waldfeen dort, wo sie wollen, wieder Gestalt annehmen können? Auch hier wird also ein Wandel dokumentiert, Werden und Vergehen thematisiert. Den Lauf der Dinge anhand der jungen, schönen und überschlanken Frauen aufzuzeigen, rückt die Werke in die Nähe von Vanitas-Darstellungen.

„Meine Werke drehen sich immer um das Thema Frau, ihre Silhouette, ihre Körperhaltung, ihre Gestik und die gängigen Schönheitsideale. Für die Umsetzung dieser Rhetorik des Weiblichen verwende ich vornehmlich Schnitt- und Reißtechniken oder übertrage Papierschnitt und Collage auf textile Materialien. Es gibt unsichtbare, rein durch ihre Silhouette definierte Frauen oder solche mit erst zerstörter und dann neu zusammengesetzter Form“, erklärt uns die Kaiserslauterer Kunsthistorikerin. Sie hat früher schon einmal eine Ausstellung ihrer Werke im Kahnweilerhaus gezeigt und oft schon in Ausstellungen anderer Künstlerinnen und Künstler im Kahnweilerhaus oder im Museum Pachen eingeführt. Ebenso hat sie dort auch die Dauerausstellung "Wegen Umbau geöffnet" mit kuratiert.

Annette und Martin Goretzki wollen ein Lehrstück der Natur darstellen, inszeniert in der ihr eigenen Dramaturgie, nämlich nicht das Ende des Waldes, sondern die Entstehung eines besseren Lebensraums, dokumentiert am Waldsterben der Fichtenwälder und der Entstehung von neuen, gesünderen und nachhaltigeren Wäldern. Der erste Schreck der Veränderung zeigt sich als positiver, wünschenswerter Wandel. Die Akzeptanz des Wandels führt zum Positiven.

Das fotografische Werk der durch nationale und internationale Ausstellungen bekannten Künstler setzt sich mit Mensch, Landschaft und dem schleichenden Wandel gewachsener Lebensräume auseinander. Sie gehen der Frage nach, inwieweit Veränderungen, so erschreckend sie auf den ersten Blick auch sein mögen, nicht auch positive Entwicklungen in sich bergen.

Einladung Rückseite