Ausstellung „GURS 1940“ in Rockenhausen


Unter dem Thema „GURS 1940“ wird der Ablauf der Deportation und das Verhalten der lokalen Bevölkerung gezeigt, als am 22. Oktober 1940 von Funktionären und Mitläufern der Nationalsozialisten in einer Nacht- und Nebel-Aktion Nachbarn -Familien, Kinder, Erwachsene und Alte- aus ihren Wohnungen geholt wurden; der Jüngste war knapp zwei Jahre alt, der Älteste neunundachtzig. Ihr „Verbrechen“: sie waren Juden!

Der Transportweg der Züge, die in der gesamten Pfalz und in Baden starteten, war das Lager Gurs am Fuße der Pyrenäen in Südwestfrankreich. Die Ausstellung beschreibt die furchtbaren hygienischen Zustände im Lager Gurs anhand von Berichten, Fotos und Zeichnungen der dort internierten Menschen. Viele der insgesamt 6.500 Deportierten aus Südwestdeutschland starben an Hunger oder Entkräftung. Die meisten anderen wurden später in Südfrankreich oder in Osteuropa, in Auschwitz-Birkenau, in Sobibor oder Majdanek ermordet. Nur wenige Menschen überlebten.

Etwa ein Viertel der Ausstellung zeichnet speziell das Schicksal pfälzischer Jüdinnen und Juden nach. Andere Teile beleuchten die Zusammenarbeit Nazi-Deutschlands mit der gespaltenen französischen Politik (Vichy-Regierung), weitere die Erinnerungskultur und die Aufarbeitung nach der Befreiung der Vernichtungslager (KZ).

Die Mitglieder der AG Stolpersteine im AK Aktiv gegen Rechts laden mit einem bemerkenswerten Programm zum Gedenken an die Opfer der Verfolgung und zur Erinnerung an das menschenverachtende Geschehen in Nazi-Deutschland ein:

  • am Donnerstag, dem 2. September um 19.00 h wird die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet. Dazu gehören Klezmermusik vom Ensemble Christiansen und ein Interview mit Dr. Larissa Janzewitsch von der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz
  • am Montag, dem 6. September um 19.00 h stellen die Schauspielerin Hannelore Bähr (Pfalztheater) und der Historiker Roland Paul (Arbeitsstelle „Geschichte der Juden in der Pfalz“) das Schicksal einer Deportierten vor: „Gretl Drexler: ‚Macht euch keine Sorgen!‘“
  • am Mittwoch dem 22. September um 17.00 h beginnt am Bahnhof ROK ein „Spaziergang durch die Zeiten 1940 – 2050“. Bei einem Rundgang zu symbolträchtigen Plätzen in der Stadt werden mit Hilfe von Presseartikeln, Gedichten und öffentlichen Redeauszügen „Entdeckungen zwischen Gurs und Utopia“ ermöglicht.

Die Ausstellung ist montags bis freitags während der Geschäftszeiten der Sparkasse geöffnet. Der Eintritt ist sowohl bei der Ausstellung als auch bei den Veranstaltungen frei; um Spenden wird gebeten. Eine Voranmeldung zu den Begleitveranstaltungen soll „corona-konform“ erfolgen an Ruprecht Beuter (ruprecht.beuter@gmx.de) oder an Karl-Heinz Seebald (seebaldk@gmail.com).

Eine Ausstellung der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland, erarbeitet und kuratiert von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz Berlin, in Kooperation mit dem Bezirksverband Pfalz. Schirmherr ist der Bundespräsident.

rb./8-2021

Flyer GURS Rückseite